16
Nov
   
 

Tja…

Ich bin genervt. Schimmel im ganzen Schlafzimmer und ich kann nichts dagegen unternehmen. Heute habe ich alles eingesprüht, wer nichts mehr von mir hört, weiß, dass ich an einer Chlorvergiftung krepiert bin.

Stockholm-Syndrom

Überfallen hast du mich,

Eingenistet dich,

In die orangeroten Wände meines Schlafzimmers

Gezogen bist du und gedeihst dort:

Prächtig!

Schon letztes Jahr raubte dein Anblick

Mir den Schlaf

Als dein weiß-grüner Flaumschick

mich traf.

Und in Stößen versuchen wir

Dich wegzulüften, du Parasit,

Doch die Hausverwaltung gibt mir Nummern,

Entschuldigungen,

Anrufbeantworter,

Die ich wie Sisyphos in mein Handy rolle

Und nichts geschieht.

Vier Wochen hast du dich mir angetan,

jetzt töte ich dich –  mit Sagrotan.

Ich mach es nicht gut,

ich mach es nicht wichtig

betone was falsch,

sitz auch nicht richtig,

verfehle mal wieder ein

Enjambement

Komme dem Flüstern noch gerade

davon

Spreche das G ein bisschen zu hart

Versuche mich zwischen

lieblich und zart

Mach mal  ´ne Pause –

Kommt schon mal vor –

Überwinde die Seite

Und bin mir ganz Ohr.

© Lena Eierhoff (Wer klaut, wird vom Literaturpast mit einem Fluch belegt. Ich ruf Ranicki selber an ;) )

Tags:

Gestern wurde der Deutsche Jugendliteraturpreis vergeben und ich bin sehr entzückt, dass ich sogar schon zwei der Preisträger-Bücher gelesen habe.  Was mich allerdings noch mehr begeistert hat, dass der Sieger eine kleine Momo-Statue bekommt. Hätt ich das mal vorher gewusst, dann hätte ich das sogar noch in meine Bachelor-Arbeit einfließen lassen, denn immerhin sitzt Kassiopeia zu ihren Füßen. Ich finde, die Statue hat was -  auch wenn ich erst dachte, dass sie die Frisur Frau von der Leyen nachempfunden haben. Naja.

Aber zurück zu den Büchern: Bei den Kinderbüchern konnte Andreas Steinhöfel mit “Rico, Oskar und die Tieferschatten” den Preis erringen. Das Buch ist wunderbar komisch geschrieben und spielt natürlich in Berlin. Rico, ein tiefbegabter Junge, freundet sich mit Oskar, einem hochbegabten Jungen, an – dass diese Konstellation zu witzigen Situationen führt, ist vorprogrammiert. Zusammen lösen sie einen Kriminalfall, im Mittelpunkt aber stehen die beiden Charaktere. Hier ein Ausschnitt:

Die Nudel lag auf dem Gehsteig. Sie war dick und geriffelt, mit einem Loch drin von vorn bis hinten. Etwas getrocknete Käsesoße und Dreck klebten dran. Ich hob sie auf, wischte den Dreck ab und guckte an der alten Fensterfront der Dieffe 93 rauf in den Sommerhimmel. [...] Ich ließ mich ins Haus ein, zischte durch das gelbgetünchte Treppenhaus rauf in den Dritten und klingelte bei Frau Dahling. Sie trug große bunte Lockenwickler im Haar, wie jeden Samstag.

“Könnte ‘ne Rigatoni sein. Die Soße ist auf jeden Fall Gorgonzola”, stelle sie fest. “Lieb von dir, mir die Nudel zu bringen, Schätzchen, aber ich hab sie nicht aus dem Fenster geworden. Frag mal Fitzke.”

Natürlich wurde nicht nur in der Kategorie Kinderbuch verliehen. Jugendbuch, Sachbuch und Bilderbuch kenne ich leider nicht, aber den Preis der Jugendjury, den habe ich gerade erst gelesen: Die Bücherdiebin von Markus Zusak. Wer sich kein dickes Hardcover leisten möchte, kann sich freuen, denn den Schmöker gibt’s nun auch im Taschenbuchformat.

Die Geschichte spielt im zweiten Weltkrieg und wird aus der Sicht des Todes erzählt. Ja, richtig, DER Tod. Hauptprotagonistin ist allerdings die kleine Liesel, die Bücherdiebin, die es im Laufe ihres Lebens immer wieder schafft, das ein oder andere besondere Buch zu stibitzen. Man darf sich nicht vertun, die Bücherdiebin ist kein heiteres Buch, sondern sehr ernst. Das Verlieren der Eltern, der Einzug in eine neue Pflegefamilie, Verlust von Freunden und die wahnsinnige Angst, der Liesel sich ausgesetzt sieht, all das fließt in die Geschichte der Bücherdiebin ein. Ich kann es nur empfehlen.

Tags: , , ,

Samo – wie, was, äh, erklären bitte.

Kein Problem, kommt sofort! Hier handelt es sich um ein wunderbar atmosphärisches, kurzes Spiel für die Mittagspause, das ich auf einem Schmökerstreifzug durchs Netz erspäht habe. Das kleine kostenlose Flashgame mit dem ungewöhnlichen Namen gibt es schon seit 2003 und wurde von Amanita Design entwickelt. Ein kleiner Weltraumbewohner setzt alles daran, dass sein Zuhause nicht in die Luft gesprengt wird.

Samorost

Gespielt wird einfach nur durch Klicken mit der Maus. Da müssen schonmal Gegenstände aus dem Weg geräumt , Ameisenbären gesättigt werden und und und. Durch die leichte Steuerung und die fehlende Sprachausgabe, kann das Spiel nicht nur von Anfängern, sondern auch von Gamern aller Nationen gespielt werden. Und wahrscheinlich kennen es eben schon wahnsinnig viele Leute, denen ich damit wahrscheinlich nichts Neues erzählen würde.

Weil das Spiel sich so großer Beliebtheit erfreut, gibt es außerdem einen zweiten Teil, der 2005 entstanden ist. Die Entwickler sind hier eindeutig noch einen Schritt weitergegangen und haben eine noch stimmigere Welt und interessantere Rätsel erschaffen, leider kostet die Vollversion 5$.

Da kaufe ich mir doch lieber das allerneuste Werk von Amanita Design: Machinarium. Das Point & Click Adventure ist seit heute auf Englisch zum Download erhältlich und ich versuche mich noch zurückzuhalten, es nicht sofort zu kaufen. Die Demo ist wirklich sehenswert, allerdings habe ich Angst, dass es sich zu schnell durchspielen lässt und ich damit nur ein schönes Wochenende verbringen kann und das war’s. Wir werden sehen wie lange ich dem kleinen Roboter widerstehen kann.

Tags: , , ,